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Deutschland setzt auf KI-Souveränität: Konzern-Bündnis plant Gigafactory und Rechenzentrum in Brandenburg
Ein Bündnis großer deutscher Konzerne will mit einer KI-Gigafactory und einem riesigen Rechenzentrum in Brandenburg unabhängiger von den USA werden. Geplant sind über 100.000 Hochleistungschips.
Deutschland will im weltweiten Wettlauf um künstliche Intelligenz nicht länger nur zuschauen. Ein Bündnis aus einigen der größten Konzerne des Landes plant den Aufbau einer sogenannten KI-Gigafactory sowie eines riesigen Rechenzentrums. Ziel ist es, die eigene technologische Unabhängigkeit zu stärken und weniger auf Anbieter aus den USA angewiesen zu sein.
Ein Bündnis starker Partner
Hinter dem ehrgeizigen Vorhaben steht ein Konsortium bekannter Unternehmen. Dazu gehören der Softwarekonzern SAP, die Deutsche Telekom, Siemens, der Cloud-Anbieter IONOS sowie die Schwarz-Gruppe, zu der auch die Handelsketten Lidl und Kaufland zählen. Gemeinsam wollen sie eine europäische Antwort auf die großen amerikanischen Projekte geben.
Die Bewerbung für das Projekt wurde bereits am 20. Juni 2025 bei der Europäischen Kommission eingereicht. Damit reiht sich Deutschland in eine Reihe von Ländern ein, die im Rahmen europäischer Initiativen eigene Rechenkapazitäten für künstliche Intelligenz aufbauen wollen, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können.
Über 100.000 Hochleistungschips
Das Herzstück der geplanten Gigafactory bilden die sogenannten GPUs, also hochspezialisierte Grafikprozessoren, die für das Training moderner KI-Modelle unverzichtbar sind. Insgesamt sollen mehr als 100.000 dieser Chips zum Einsatz kommen. Eine solche Menge würde enorme Rechenleistung bereitstellen und besonders aufwendige Anwendungen ermöglichen.
Finanziert werden soll das Projekt im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft. Dabei kann der Staat bis zu 35 Prozent der Kosten übernehmen, während der übrige Teil von den beteiligten Unternehmen getragen wird. Dieses Modell verbindet öffentliche Unterstützung mit privatem Kapital und unternehmerischem Engagement der Partner.
Ein Rechenzentrum in Lübbenau

Ein zentraler Baustein des Vorhabens entsteht in Lübbenau in Brandenburg. Dort errichtet die Schwarz-Gruppe auf einem ehemaligen Kraftwerksgelände ein großes Rechenzentrum. Die Anlage erstreckt sich über eine Fläche von 13 Hektar und soll eine Leistung von bis zu 200 Megawatt erreichen, was den enormen Energiebedarf solcher Anlagen verdeutlicht.
Nach den bisherigen Plänen soll das Rechenzentrum bis Ende 2027 in Betrieb gehen. Der Standort könnte zu einem der wichtigsten Zentren für das Training künstlicher Intelligenz in Europa werden. Dass dafür ein ehemaliges Kraftwerksgelände genutzt wird, zeigt zudem, wie industrielle Flächen für die digitale Zukunft umgewandelt werden.
Die Rollen der Unternehmen
Innerhalb des Bündnisses übernehmen die Partner unterschiedliche Aufgaben. SAP, Europas größter Softwarekonzern, bringt seine Erfahrung mit der Integration von KI-Funktionen ein. Die Deutsche Telekom steuert Cloud-Infrastruktur über ihre Tochter T-Systems und die Open Telekom Cloud bei, was für den Betrieb der Anlagen entscheidend ist.
Auch die übrigen Beteiligten leisten wichtige Beiträge. Siemens bringt Lösungen für Automatisierung und Energieeffizienz ein, die bei derart großen Rechenzentren eine wichtige Rolle spielen. Der Anbieter IONOS wiederum steht für eine europäische Infrastruktur, die den strengen Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung entspricht.
Unabhängigkeit als Ziel
Das übergeordnete Ziel des Projekts ist die digitale Souveränität. Die Beteiligten wollen verhindern, dass Deutschland und Europa bei einer so wichtigen Zukunftstechnologie dauerhaft von amerikanischen Plattformen abhängig bleiben. Das Vorhaben wird daher auch als europäische Antwort auf die US-Initiative Stargate verstanden.
Wie wichtig den Beteiligten dieser Gedanke ist, machen ihre Aussagen deutlich. Von Seiten der Schwarz-Gruppe hieß es, man müsse nationale und europäische Lösungen stärken, um in Zukunft nicht von anderen Ländern abhängig zu sein. Solche Worte unterstreichen den strategischen Charakter des gesamten Projekts.
Auch von SAP kamen klare Signale zur Bedeutung der Zusammenarbeit. Ein Vorstandsmitglied betonte, ein solches Vorhaben gehe nur in Partnerschaft, das sei ganz klar. Diese Haltung zeigt, dass die Unternehmen den Aufbau der Infrastruktur nicht als Wettbewerb untereinander, sondern als gemeinsame Aufgabe verstehen.
Insgesamt markiert das Projekt einen bedeutenden Schritt für den Technologiestandort Deutschland. Mit der geplanten Gigafactory, dem Rechenzentrum in Lübbenau und der Zusammenarbeit starker Partner will das Land seine Position im weltweiten KI-Wettlauf verbessern. Ob die ehrgeizigen Ziele erreicht werden, dürfte sich in den kommenden Jahren zeigen.






